logo rlf
 
 

Aufruf der 250

Im Mai 1990 riefen 250 Persönlichkeiten zur Gegenoffensive gegen Fascismus und Rassismus, gegen die Front national auf.

Die zunehmende Bedeutung einer fascistoïden und rassistischen Partei gefährdet Frankreich.

Diese Partei verstärkt sich durch unsere Rückzüge.

Zualleresrt soll man einfach den Mut haben, Dinge und Menschen beim Namen zu nennen. Trotz der möglichen gerichtlichen Folgen behaupten wir hier, dass Le Pen, als Nachfolger der nazistischen Ideologie, ein Fascist und ein Rassist ist.

Verschlechterung der politischen Sitten, skrupellose Geschäfte, Prostitution der Justiz durch die Politik, ideologische Verwirrung, Durchsetzung einer eiskalten Gesellschaft, unerbittlich den Schwachen gegenüber, Auflösung der einstigen Arbeitersolidarität machen den Weg frei für populistische Reaktionen und verzweifelte Abstimmung.

Oben befolgt das führende Team der FN seine Strategie der Machteroberung mit zynischer Beharrlichkeit.

Stufenweise gelingt es ihm das Unvorstellbare zu banalisieren. Wer hätte vor zehn Jahren glauben können, dass eine französische Partei einen ehemaligen Waffen-SS als priviligierten Partner auf ihrem Podium vorführen würde? Wer hätte behauptet, dass judenfeindliche Müllsprüche jede Woche von Leitern der FN oder von ihren Partnern geäussert werden würden? Wer hätte damit gerechnet, dass die wiederholte Ermordung von jungen Einwanderern, in einer obzönen Anstiftung zu Mord, von Le Pen als "Zwischenfall" bezeichnet werden würde?

Vor zehn Jahren stand das Wahlrecht für Einwanderer in Lokalwahlen auf dem Programm des Kandidaten der Linken für die Präsidentenwahl. 1988 wurde es unter rassistischer Erpressung aus dem Programm durchgestrichen.

Sollten wir geschlagen werden, so hiesse es, dass wir nicht den Mut hatten zu kämpfen.

Im Kampf gegen Rassismus werden wir nicht siegen, wenn wir irgendwelchen schlammigen Kompromis mit einer schon weitverseuchten Rechte suchen. Siegen können wir nur, wenn wir unsere eigenen Werte behaupten, ohne Kompromis. Das heisst, dass alle, die, über Unterschiede und Divergenzen hinaus, die FN einstellen wollen, sich unbedingt, mit allen Mitteln, auf jeder Ebene und auf ständige Weise einsetzen sollen. Das heisst immer wieder kämpfen : vor Gericht, in den Medien und auf der Strasse.

Der FN gegenüber soll eine Widerstandsfront errichtet werden, die ihre Machenschaften stoppen wird. Nur das Ergreifen sozialer und politischer Massnahmen kann die Verbreitung des Rassismus aufhalten. Wir appellieren fortschrittlichgesinnte Parteien und Organisationen, damit sie in kürzester Zeit die praktischen Umstände für einen einheitlichen Gegenschlag schaffen. Erste Initiative : Eine Massendemonstration mit allen, die dem faschistischen Rassismus den Weg sperren wollen. Die Zeit der betrübten Feststellungen und des Bedauern ist vorbei.

Die Zeit der Gegenoffensive ist gekommen!

Gilles Perrault

r@s hostet Ras l'front triangle rouge letzte Aktualisierung : 27/02/2006 triangle rouge erbaut mit freier software